Der Wert eines Goldstücks lässt sich auf wenige, klar nachvollziehbare Faktoren zurückführen — und doch kursieren rund um den Goldankauf zahlreiche Mythen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie den realistischen Wert Ihres Goldes selbst überschlagen, welche Rolle Feingehalt und Tageskurs spielen und warum Bruchgold anders bewertet wird als ein gut erhaltenes Schmuckstück.

Kurz & direkt: So berechnen Sie Ihren Goldwert

Der Materialwert von Gold ergibt sich aus drei Größen: Gewicht in Gramm × Feingehalt × aktueller Goldpreis pro Gramm Feingold. Beispiel: Ein 585er Ring mit 6 Gramm enthält 6 × 0,585 = 3,51 Gramm Feingold; multipliziert mit dem Tageskurs pro Gramm ergibt das den reinen Materialwert. Den Tageskurs je Gramm erhalten Sie, indem Sie den Unzenpreis durch 31,1035 teilen. Vom Materialwert zieht jeder seriöse Ankäufer eine kleine Marge für Einschmelzen und Scheiden ab — den konkreten Ankaufspreis nennen wir Ihnen fair und transparent vor Ort.

Die Grundlagen — was bestimmt den Goldwert?

Der Wert von Gold setzt sich aus drei Größen zusammen: dem reinen Goldgewicht, dem aktuellen Tageskurs am Weltmarkt und — bei Schmuck — einem möglichen Liebhaber- oder Designaufschlag. Während der Tageskurs (zum Beispiel über die Londoner Fixings oder den XAU/EUR-Spotpreis) für jeden öffentlich einsehbar ist, hängt das tatsächliche Goldgewicht eines Schmuckstücks vom sogenannten Feingehalt ab. Dieser gibt an, wie viele Tausendstel des Materials wirklich aus reinem Gold bestehen. Ein 585er Ring besteht also zu 58,5 Prozent aus Gold; der Rest sind Legierungsmetalle wie Kupfer, Silber oder Palladium, die Härte und Farbe bestimmen.

Die Faktoren im Überblick

  • Feingehalt (Karat) — Die Stempelung 333, 585, 750, 900 oder 999 verrät den Goldanteil. Ohne diesen Wert ist keine seriöse Bewertung möglich.
  • Gewicht in Gramm — Auf einer geeichten Feinwaage wird das Brutto-Gewicht ermittelt — bei Stücken mit Steinen oder Mechanik wird der Nicht-Gold-Anteil abgezogen.
  • Tageskurs — Der Goldpreis schwankt täglich. Für eine faire Bewertung wird stets der aktuelle Ankaufskurs zugrunde gelegt, nicht ein Wochen alter Wert.
  • Zustand und Form — Bruchgold, Zahngold und beschädigte Stücke werden nach reinem Materialwert berechnet. Tragbarer Schmuck kann zusätzlich einen Designaufschlag erhalten.
  • Marke und Punze — Punzierte Markenstücke (Cartier, Wempe, Wellendorff) erzielen häufig deutlich mehr als den reinen Materialwert.

So rechnen Sie überschlägig selbst

Die Faustformel lautet: Gewicht in Gramm × Feingehalt × aktueller Goldpreis pro Gramm Feingold. Beispiel: Ein 585er Ring mit 6 Gramm entspricht 6 × 0,585 = 3,51 Gramm Feingold (999). Diese Feingoldmenge multiplizieren Sie mit dem tagesaktuellen Goldpreis pro Gramm, den Sie frei einsehbar im Internet finden. Davon zieht jeder seriöse Ankäufer eine kleine Marge ab, da das Material erst eingeschmolzen, gescheidet und neu legiert werden muss. Den konkreten Ankaufspreis für Ihr Stück nennen wir Ihnen fair und transparent direkt vor Ort im Laden.

Kurz erklärt — Feinunze und Gramm

Goldpreise werden international meist pro Feinunze (= 31,1035 Gramm) angegeben. Um auf den Preis pro Gramm zu kommen, teilen Sie den jeweils aktuellen Unzenpreis durch 31,1035. Die aktuellen Kurse finden Sie frei einsehbar an jeder Börse und in gängigen Finanzportalen — wir nennen Ihnen im Laden fair und transparent den Preis für Ihr Stück.

Warum Schmuck oft mehr wert ist als Bruchgold

Ein gut erhaltener, tragbarer Ring ist nicht nur Materialwert — er ist ein verkaufsfähiges Produkt. Ein Juwelier mit eigenem Ladengeschäft kann ihn gegebenenfalls als Second-Hand-Stück weiterverkaufen, statt ihn einzuschmelzen. Dadurch ergibt sich Spielraum für einen höheren Ankaufspreis. Bruchgold dagegen — verbogene Kettchen, einzelne Ohrringe, beschädigte Anhänger — wandert direkt in die Scheideanstalt. Hier zählt ausschließlich der Materialwert. Wer also einen alten, aber unbeschädigten Ring der Großmutter verkauft, sollte ruhig nachfragen, ob das Stück als Schmuck oder als Material bewertet wird.

Gold nach Feingehalt — so wird der Wert berechnet

FeingehaltGoldanteilTypische Verwendung
333 (8 Karat)33,3 %Preiswerte Alltagsringe, ältere Stücke
585 (14 Karat)58,5 %Gängigster Feingehalt bei Schmuck
750 (18 Karat)75,0 %Hochwertiger Schmuck, Trauringe
900 (Münzgold)90,0 %Klassische Goldmünzen
999 (Feingold)99,9 %Anlagebarren, reinstes Gold

Typische Fallstricke und worauf Sie achten sollten

Worauf es beim Goldankauf ankommt, ist nachvollziehbar: Jeder Feingehalt wird einzeln gewogen und bewertet. 333er, 585er und 750er haben jeweils einen eigenen Preis pro Gramm — ein „Mischpreis über alles", der die Karat nicht trennt, sagt deshalb wenig über den tatsächlichen Wert Ihrer Stücke aus. Lassen Sie sich den Ankaufskurs offen nennen, schauen Sie beim Wiegen zu und lassen Sie sich jeden Rechenschritt erklären. Bei einem Online-Rechner lohnt es sich, den dort angezeigten Preis mit dem Betrag zu vergleichen, der nach Versand und Prüfung tatsächlich ausgezahlt wird. Lassen Sie sich Zeit, vergleichen Sie ein bis zwei Angebote und vermeiden Sie Drucksituationen — Gold läuft Ihnen nicht weg.

Unsere Empfehlung

Bringen Sie Ihre Goldstücke vorsortiert mit, falls möglich. Achten Sie auf die Punzen — meistens sind sie an der Innenseite von Ringen, an Verschlüssen von Ketten oder auf der Rückseite von Anhängern eingestempelt. Bei Juwelier Gabriel in Herborn nehmen wir uns für jede Bewertung Zeit, erklären die Rechnung Schritt für Schritt und zahlen sofort in bar aus. Eine Voranmeldung ist nicht nötig, aber für größere Sammlungen empfehlen wir einen kurzen Anruf — dann nehmen wir uns in Ruhe und ungestört Zeit für Sie.