In vielen geerbten Besteckkästen liegt Besteck mit dem Stempel 90 oder 100 - und schnell steht die Frage im Raum: Ist das massives Silber, und was ist es wert? Dieser Ratgeber erklärt, was die Auflagezahl bedeutet, wie Sie sie von echten Feingehaltspunzen unterscheiden und welche Faktoren den Wert eines Bestecks tatsächlich bestimmen.
Kurz & direkt: Das bedeutet die 90 auf Ihrem Besteck
Die 90 oder 100 auf Besteck ist keine Feingehaltsangabe, sondern die Auflagestärke versilberter Stücke. Massives Silber trägt dagegen Punzen wie 800, 835 oder 925. Der Materialwert versilberter Bestecke liegt deutlich unter dem von massivem Silber, ist aber nicht null. Verbindlich klärt das die kostenfreie Prüfung der Punze - bei uns in Herborn ohne Termin und ohne Mindestmenge.
Punzen lesen: wo der Stempel sitzt und was er bedeutet
Die Punze sitzt bei Besteck fast immer auf der Rückseite von Stiel oder Griff. Steht dort 800, 835 oder 925, handelt es sich um massives Silber: Die Zahl nennt den Feingehalt in Tausendstel. Bei deutschem 800er-Silber und darüber findet sich häufig zusätzlich der Reichsstempel Halbmond und Krone, der seit Ende des 19. Jahrhunderts massives Silber ab 800 Tausendstel kennzeichnet. Zahlen wie 90, 100 oder seltener 150 sind dagegen keine Feingehaltsangaben, sondern Auflagezahlen versilberter Stücke: Sie stammen aus der Zeit der industriellen Versilberung und geben an, wie viel Feinsilber in Gramm auf ein genormtes Sortiment von 24 Teilen aufgetragen wurde. Ein 90er-Besteck trägt also rund 90 Gramm Silber auf 24 Teilen; 150er-Auflagen finden sich vor allem bei robustem Hotel- und Gasthausbesteck, das viel aushalten musste.
Herstellermarke und Silbergehalt trennen
Fast jedes Besteck trägt zwei Zeichen: die Marke des Herstellers und die Angabe zum Silbergehalt. Die Marke allein sagt nichts darüber, ob ein Besteck massiv oder versilbert ist. WMF, BSF und Wellner sind klassische deutsche Hersteller von versilbertem Tafelbesteck; Manufakturen wie Robbe & Berking, Bruckmann oder Koch & Bergfeld haben dagegen auch massives Silberbesteck gefertigt - hier lohnt der Blick auf die 800er- oder 925er-Punze. Für den Materialwert zählt am Ende allein die Feingehalts- beziehungsweise Auflagepunze. Wie Sie massives Silber vorab grob selbst einordnen und Imitate erkennen, zeigt der Ratgeber Silber prüfen - 4 Tests für zu Hause.
Was den Wert wirklich bestimmt
Den Materialwert eines Bestecks bestimmen drei Größen: die Punze, das Silbergewicht und der Tageskurs. Massives Silber wird nach Feingehalt und Gewicht zum aktuellen Kurs bewertet; bei versilberten Stücken ist der Erlös deutlich geringer, weil die Silberschicht dünn ist und sich nur mit Aufwand zurückgewinnen lässt. Ein Sonderfall sind Messer: Die Klingen bestehen fast immer aus Stahl, und viele Griffe sind zur Stabilisierung gefüllt - dieser Anteil zählt nicht zum Silbergewicht und wird bei einer seriösen Bewertung transparent herausgerechnet. Löffel und Gabeln sind dagegen häufig durchgehend aus Silber. Unterschätzt wird oft das Gewicht: Eine vollständige 12er-Garnitur aus massivem Silber bringt schnell mehrere Kilogramm auf die Waage. Der dritte Faktor, der Tageskurs für Silber, schwankt täglich und ist öffentlich einsehbar - eine faire Bewertung legt stets den aktuellen Kurs zugrunde, nicht einen Wochen alten Wert. Angelaufenes oder patiniertes Besteck ist dabei übrigens kein Minderungsgrund: Bewertet wird nach Feingehalt und Gewicht, nicht nach Optik.
Garnituren vor dem Aussortieren komplett bewerten lassen
Komplette 12er- oder 24er-Garnituren und Serviergeräte sollten Sie als Ganzes bewerten lassen, bevor Sie etwas aussortieren: Ist eine Garnitur als Gebrauchsbesteck oder für Sammler mehr wert als ihr Silbergehalt, weisen wir Sie darauf hin, statt sie einzuschmelzen. Eine Mindestmenge gibt es nicht - auch Einzelteile werden angenommen, mit oder ohne Originalkasten.
So läuft die Bewertung ab - Schritt für Schritt
Bei der Bewertung werden zunächst die Punzen auf der Rückseite der Griffe gelesen und massives Silber (800, 835, 925) klar von versilberten Stücken (Auflagezahlen wie 90 oder 100) getrennt. Das massive Silber wird anschließend auf der geeichten Waage gewogen; Stahlklingen und gefüllte Griffe werden dabei Posten für Posten herausgerechnet - vor Ihren Augen, nicht im Hinterzimmer. Aus Feingehalt, Silbergewicht und dem aktuellen Tageskurs ergibt sich das Angebot, das Ihnen mit jeder Position erklärt wird. Sind Sie einverstanden, wird sofort in bar oder per Überweisung ausgezahlt; wenn nicht, nehmen Sie Ihr Besteck einfach wieder mit. Denken Sie bitte an Ihren Personalausweis - das Geldwäschegesetz schreibt die Erfassung beim Ankauf vor. Stücke ganz ohne Punze werden kostenfrei und zerstörungsarm geprüft.
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Ob 90er-Auflage oder 925er-Punze: Die verbindliche Einordnung übernimmt die kostenfreie Prüfung bei uns im Geschäft in der Hauptstraße 45 in Herborn - ohne Termin, ohne Vorsortierung, gerne im Kasten, Koffer oder Karton. Alle Details zu Ablauf, Punzen und gefüllten Griffen finden Sie auf der Seite Silberbesteck-Ankauf; Silberschmuck, Barren und Münzen bewertet der Silber-Ankauf gerne im selben Termin mit. Aus dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis und dem Lahntal sind Sie schnell bei uns - Anfahrt und Ablauf je Ort beschreiben Silberankauf Dillenburg und Silberankauf Wetzlar.